Dülmen. Nach mehr als drei Jahrzehnten an der Spitze der TSG Dülmen geht eine außergewöhnliche Ära zu Ende: Gerd Wagner, der seit 2010 als Vorsitzender die Geschicke des Vereins leitete, hat am Montagabend auf der Jahreshauptversammlung offiziell sein Amt niedergelegt. Damit endet eine Amtszeit, die den Verein nachhaltig geprägt hat.
Wagner, der bereits 1994 als stellvertretender Fußballobmann in den Vorstand eingetreten war, prägte über 31 Jahre lang die Entwicklung der TSG entscheidend mit – insgesamt war er sogar 40 Jahre aktiv für den Verein tätig. „Man muss wissen, wann es Zeit ist loszulassen“, sagte der 73-Jährige bei seiner Verabschiedung im Clubheim. Seine Entscheidung, den Vorsitz in jüngere Hände zu legen, traf er bewusst: Der Übergang solle geordnet und zukunftsorientiert erfolgen. Wagner betonte zugleich, dass er dem neuen Vorstand weiterhin beratend und insbesondere bei der Bandenwerbung unterstützend zur Seite stehen werde.

Bürgermeister Carsten Hövekamp hielt eine kurze Laudatio für die scheidenden Vorstandsmitglieder Gerd Wagner (links) und Ralf Hehemann (Mitte).
Unter seiner Führung hat sich die TSG Dülmen zu einem modernen und gut aufgestellten Verein entwickelt. Der einstige Sanierungsstau wurde in den vergangenen Jahren vollständig abgebaut: Das Vereinsheim erhielt ein neues Dach und sanierte Kabinen, die Anlage verfügt inzwischen über 1,5 Kunstrasenplätze. Zudem wurden zahlreiche Energiesparmaßnahmen umgesetzt – von LED-Beleuchtung mit über 50 Prozent Ersparnis bis hin zu einer geplanten Photovoltaik-Anlage, die künftig die hohen Energiekosten weiter senken soll.
Auch sportlich kann die TSG auf viele Erfolge zurückblicken. Die Leichtathleten stellten mit Manuel Sanders einen Olympia-Teilnehmer, und die traditionsreiche Tischtennis-Abteilung spielte zeitweise sogar in der Regionalliga. Mit aktuell 1566 Mitgliedern und einem starken Zulauf im Kinder- und Jugendbereich sieht Wagner den Verein bestens für die Zukunft gerüstet. „Unsere Fußballer sollten eigentlich zwei Klassen höher spielen“, meinte er augenzwinkernd, „aber das Team ist auf einem guten Weg.“

Gerd Wagner übergibt den Vereinsvorsitz der TSG Dülmen an Thomas „Pritsche“ Kleerbaum (links). Er wurde einstimmig gewählt.
Der Montagabend wurde zu einem emotionalen Moment für den gesamten Verein: Unter großem Applaus und auch einigen Tränen bei der Familie wurde Gerd Wagner verabschiedet. Zum neuen ersten Vorsitzenden wählte die Versammlung Thomas „Pritsche“ Kleerbaum, der künftig die Verantwortung übernimmt und den erfolgreichen Kurs fortsetzen will. Neben ihm wurde auch Ralf Hehemann nach 16 Jahren als 2. Vorsitzender verabschiedet. Er wird allerdings im erweiterten Vorstand als Sozialwart weiter aktiv bleiben.
Mit Wagners Abschied endet eine Ära, in der Engagement, Weitblick und Vereinsliebe den Ton angaben. Die TSG Dülmen blickt dankbar auf das, was unter seiner Leitung entstanden ist – und optimistisch in die Zukunft.
Übrigens: Wagner und Hehemann wurden von der Versammlung zu Ehrenmitgliedern ernannt.

