Dülmen. Das Votum der Mitgliederversammlung am Donnerstag vergangener Woche war eindeutig: Eine Enthaltung, eine Gegenstimme, der Rest Ja-Stimmen. Mit diesem Auftrag verfolgt der Geschäftsführende Vorstand der Behindertensportgemeinschaft Dülmen nun den Plan, ein eigenes Schwimmbad zu bauen.
Errichtet werden soll das Kurs- und Lernschwimmbad neben der vereinseigenen Sporthalle in der August-Schlüter-Straße. „Für das Projekt ist also Voraussetzung, dass wir die dafür notwendige Fläche von der Stadt Dülmen bekommen“, sagt BSG-Geschäftsführer Holger Schmidt. Eine andere Stelle, eine andere Location auf Stadtgebiet, sei keine Alternative: „Wir brauchen, damit das Projekt funktioniert, die kurzen Wege zwischen unserer Geschäftsstelle und dem Schwimmbad.“
Für das geplante Kurs- und Lernschwimmbad (siehe Fotomontage auf der Titelseite) würde ein Gebäude mit der Grundfläche von 16 mal 38 Metern errichtet. Das Wasserbecken in dem Gebäude hat maximal 1,35 Meter Wassertiefe, so dass kein Schwimmmeister benötigt wird; die Kursleiter sind mit im Wasser. Wasser und Luft in der Halle haben 32 Grad Celsius; Energie für die Anlage kommt unter anderem aus einer großen Photovoltaik-Anlage auf dem Dach der Anlage.
„Es würde sich um eine schlüsselfertige Schwimmbadanlage handeln, die bereits einmal in Deutschland erfolgreich umgesetzt worden ist“, so Holger Schmidt. „Sämtliche Bauantragsunterlagen liegen zur Einreichung bereit – wir müssen nur noch unseren Namen eintragen.“ Unterm Strich wäre dies ein Leuchtturmprojekt, das es so im Kreis Coesfeld noch nicht gibt und von daher auch anderswo realisiert werden könnte. Eine Bauzeit von neun Monaten sei realistisch.
Die Gesamtkosten würden sich auf dreieinhalb bis vier Millionen Euro belaufen. Mit Landesfördermitteln aus dem Infrastrukturprogramm 2026, mit Geld aus dem Infrastruktur-Sondervermögen des Bundes, aus Darlehen von NRW.Bank-Sportstätten und regionalen Banken, Spenden und Eigenkapital ließe sich das Projekt betriebswirtschaftlich rechnen und nach dem Bau das Kurs- und Lernschwimmbad mit schwarzen Zahlen betreiben.
Das Ziel ist klar: „Aktuell wechseln etwa die Hälfte der Grundschüler ohne genügende Schwimmkenntnisse auf die weiterführende Schule. Diese Quote möchten wir auf fünf Prozent reduzieren. Außerdem sollen die langen Wartelisten der BSG und anderer Anbieter von Rehasport im Wasser und allgemeiner Wassergymnastik möglichst verschwinden, um der Stadt und ihren Bürgern einen echten Vorteil zu bieten“, sagt BSG-Geschäftsführer Holger Schmidt, der am Donnerstag für 20-jährige Geschäftsführer-Tätigkeit geehrte wurde (siehe Titelseite) und zum Dank einen BSG-Kapuzenpullover geschenkt bekam.
3.000 Stunden wäre das Kurs- und Lernschwimmbad im Jahr geöffnet – sieben Tage die Woche, 50 Wochen im Jahr.
Einen Blick auch auf weitere Details warf am Donnerstag Andreas Ahmann. Der in Bauangelegenheiten versierte Ingenieur mit jahrzehntelanger Erfahrung stellte Aspekte des Schwimmbad-Projekts vor und wurde bei den Wahlen zum geschäftsführenden Vorstandsmitglied gewählt.

