Dülmen. Das Konzept steht: „Die alte Kantine“ wird über dem Eingang zu lesen sein, darunter „Sport Kultur Events“. Denn das, was der Vorstand der Behindertensportgemeinschaft (BSG) Dülmen als Planung am gestrigen Freitag bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung den Mitgliedern der BSG vorstellte und zur Abstimmung brachte, ist nichts weniger als ein neues sozio-kulturelles Sport- und Therapiezentrum auf dem Gelände der ehemaligen St.-Barbara-Kaserne.
„Wir waren auf der Suche nach weiteren Kapazitäten für unser Sportangebot, weil unsere Möglichkeiten in unserer Halle in der August-Schlüter-Straße ausgereizt sind. Vor diesem Hintergrund kam es auch zum Kontakt mit dem Eigentümer der früheren Bundeswehr-Kantine, in der auch mal der Möbelladen vom Sozialkaufhaus MuM war“, berichtete der BSG-Vorstand am Mittwoch im Gespräch mit DÜLMENplus. „Für dieses Gebäude hatte sich vor geraumer Zeit eine Eventfirma aus dem Ruhrgebiet interessiert. Weil die Eventfirma jedoch wegen behördlicher Beschränkungen nicht den gewünschten Umfang an Veranstaltungen dort würde durchführen können, nahm die Eventfirma wieder Abstand davon“, so der Vorstand.
Die BSGler entwickelten in der Folge zusammen mit dem Eigentümer der Immobilie und den maßgeblichen Personen der Stadtverwaltung Dülmen ein Betriebskonzept, das für das Gebäude sportliche Nutzung, Kulturveranstaltungen wie etwa Theatervorführungen oder Konzerte sowie auch öffentliche Partys und Feten vorsieht. „Die Zahl der erlaubten großen öffentlichen Veranstaltungen ist auf 24 im Jahr beschränkt“, so der BSG-Vorstand.
„Die große Halle misst etwa 800 Quadratmeter – gemäß Bestuhlungsplan können dort bis zu 500 Personen Platz finden“, so der Vorstand. „Da kann beispielsweise auch das plattdeutsche Theater der Landjugend Dülmen stattfinden, Abschlussfeiern von Schulen und große Versammlungen wie etwa die Weihnachtsfeier unserer BSG“, so Ralf Neth. Daneben verfügt das Gebäude über einen Raum mit 160 Quadratmetern Größe, einen mit 150 Quadratmetern und einen mit 100 Quadratmetern. „Das ganze Raumkonzept führt zu einer Vervierfachung unserer sportlichen Kapazitäten“, so der BSG-Vorstand. Mittelfristig soll dann die aktuelle BSG-Turnhalle an der August-Schlüter-Straße vermietet oder verkauft werden. „Die Stadt, auf deren Grundstück die Halle per Erbpacht steht, hat bereits mitgeteilt, dass sie von ihrem Vorkaufsrecht keinen Gebrauch machen werde“, so der BSG-Vorstand.
Der Vorteil des neuen BSG-Standorts in der alten Kaserne sind die zahlreichen Parkmöglichkeiten. „Unsere Planung sieht 40 Parkplätze direkt am Gebäude vor – und im weiteren Umfeld ist reichlich Parkraum in der ehemaligen Kaserne.“
Nachdem das städtische Kolpinghaus aus Brandschutz- und baulichen Gründen nicht mehr genutzt werden darf, „ist ,Die alte Kantine‘ künftig eine gute Alternativmöglichkeit für Vereine und Verbände“, so der Vorstand. Unter anderem auch beim Thema Lagerraum: „Im Keller des Gebäudes sind 1.500 Quadratmeter in rund 30 Räumen mit drei bis 140 Quadratmetern Größe als Lager nutzbar. Die bieten wir als erstes Vereinen zur Nutzung an“, so der Vorstand. Geplant ist die offizielle Eröffnung der Anlage im kommenden Frühjahr. „Als erster öffentlicher Termin für die große Halle steht jedoch schon jetzt zu 99 Prozent die Christmas-Homecoming-Party Ende dieses Jahres“, so der Vorstand.
Mit dem Konzept der „Alten Kantine“ einher gehen Planungen, das geplante Lernschwimm- und Therapiebad (DÜLMENplus berichtete) direkt neben der „Alten Kantine“ zu errichten. „Planungsrechtlich sind in dem Areal Sportstätten erlaubt. Von daher gehen wir davon aus, dass wir die Genehmigung zum Bau dort erhalten“, so der Vorstand. Aussehen könnte es in etwa so, wie die KI-Visualisierung auf Seite 1 dieser DÜLMENplus-Ausgabe darstellt.
Die Option, das neue Bad neben der alten Kantine zu errichten, hatte sich erst kürzlich ergeben. „Der Eigentümer der alten Kantine in der Kaserne hatte in den Medien die Diskussion um unser geplantes neues Lernschwimm- und Therapiebad verfolgt und bot uns an, das Bad direkt auf seinem Grundstück zu errichten“, so der BSG-Vorstand. „Eine ideale Situation für uns: Wir haben zusätzliche Räume für unser Sportangebot, können der Bevölkerung Veranstaltungsräume anbieten, können unsere Vereinsgeschäftsstelle barrierefrei in der ,Alten Kantine‘ einrichten und direkt daneben unser neues Bad platzieren.“
Hierfür gebe es übrigens schon feste Mieter: „Wir bekamen einen Anruf vom Schwimmverband NRW, der von unseren Planungen für ein neues Lernschwimm- und Therapiebad gehört hatte. Für Schwimmlehrer-Ausbildung buchte der Landesverband schon jetzt 20 Wochenenden“, so der Vorstand.
Der Betrieb des neuen sozio-kulturellen Sport- und Therapiezentrums soll unter dem Dach einer gemeinnützigen GmbH – einer gGmbH – erfolgen, so die Planung, die ebenfalls gestern zur Abstimmung gebracht wurde. „Mit der gGmbH ist der Verein BSG stets in schwarzen Zahlen und bleibt damit gemeinnützig. Einziger Gesellschafter der gGmbH ist die BSG Dülmen, und die drei Geschäftsführer der BSG sind automatisch Vorstände der gGmbH“, so das Gesellschaftsmodell, das auch zur Abstimmung gestellt wurde.

