Dülmen. Ein 44-jähriger Mann ist am Mittwoch bei einem Sturz aus dem dritten Stock eines Wohnhauses an der Windhegge in Dülmen schwer verletzt worden. Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst waren mit zahlreichen Einsatzkräften vor Ort. Auch ein Rettungshubschrauber der ADAC-Luftrettung wurde angefordert. Zu den Hintergründen des Sturzes liegen bislang keine gesicherten Erkenntnisse vor.
Die Feuerwehr war zunächst unter dem Einsatzstichwort „Fenstersturz“ alarmiert worden. Vor Ort bestätigte sich, dass eine männliche Person aus dem dritten Stock gestürzt und dabei schwer verletzt worden war.

Während sich Rettungsdienst und Notarzt um den Schwerverletzten kümmerten, unterstützte die Feuerwehr die Polizei dabei, Zugang zu der betreffenden Wohnung zu bekommen. Wie Polizeisprecher Moritz Bredekamp auf Nachfrage mitteilte, half die Feuerwehr den Beamten, über den Balkon in die Wohnung zu gelangen und sich so Zutritt zu verschaffen. Auf diese Weise musste die Wohnungstür nicht gewaltsam geöffnet werden. In der Wohnung konnte die Polizei anschließend die Identität des Mannes feststellen.
Der angeforderte Rettungshubschrauber landete unterdessen an der Nordlandwehr, unmittelbar neben der Kita Wilde Pferde. Noch während der Feuerwehreinsatz an der Windhegge lief, wurden Polizeikräfte zum Landeplatz gerufen. Zwei Einsatzwagen verließen daraufhin die Windhegge mit hoher Geschwindigkeit und fuhren in Richtung des Rettungshubschraubers.
Am Landeplatz kam es nach Beobachtungen vor Ort zu einem weiteren Polizeieinsatz. Der schwer verletzte Mann randalierte dort mutmaßlich und wurde schließlich nicht mit dem Rettungshubschrauber abtransportiert. Stattdessen erfolgte der Transport in einem Rettungswagen, der von der Polizei eskortiert wurde.

Was genau den Polizeieinsatz am Rettungshubschrauber auslöste und welche Umstände dem Verhalten des Verletzten vorausgingen, war zunächst unklar. Mittlerweile spricht die Polizei von einer „psychischen Ausnahmesituation“.
Die Polizei war an der Windhegge mit einem größeren Aufgebot vertreten. Im Verlauf des Einsatzes erschien zudem ein Fahrzeug, das augenscheinlich dem militärischen Bereich zuzuordnen war. Ein Insasse trug Kleidung mit der Aufschrift „Militärpolizei“. Ob dessen Anwesenheit in irgendeinem Zusammenhang mit dem verletzten Mann oder dem Einsatz steht, ist bislang nicht bestätigt.
Damit bleiben mehrere Fragen offen. Insbesondere ist weiterhin unklar, wie und warum der Mann aus dem dritten Stock stürzte. Die Polizei befasst sich mit den Umständen des Geschehens. Nach den bisherigen Erkenntnissen deutet nichts auf ein Fremdverschulden oder einen Unfall hin.
Hinweis: Wenn Sie selbst Suizidgedanken haben oder sich in einer akuten psychischen Krise befinden, finden Sie rund um die Uhr und kostenlos Hilfe bei der Telefon-Seelsorge unter 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder 116 123. In akuten Notfällen wählen Sie den Notruf 112.

