Dülmen (men). Die nächste Woche steht für Anita Schultz-Ariessen aus Buldern und Theo König aus Dülmen ganz im Zeichen vom Tischtennis. Beide sind Mitglied der Ping-Pong-Parkinson-(PPP)-Gruppe der TSG Dülmen und nehmen an der PPP-Weltmeisterschaft in Lasko in Slowenien teil.
„Es werden dabei rund 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der ganzen Welt um die Titel kämpfen“, erklärt Anita Schultz-Ariessen, die vor zwei Jahren offiziell erfuhr, dass sie Parkinson hat. „Das Zittern, die Schluckbeschwerden, abends die Unfähigkeit, aus dem Auto auszusteigen – all das erklärte sich, als ich die Diagnose bekam“, sagt die gebürtige Niederländerin, die der Liebe wegen nach Deutschland kam und seit 14 Jahren in Buldern lebt. Bis zu ihrem krankheitsbedingt früher angetretenen Ruhestand arbeitete sie elf Jahre mit Leib und Seele als Pflegedienstleiterin beim Pflegedienst Steinberg.
Ihr Neurologe gab ihr im Mai 2023 den Tipp, zu Ping Pong Parkinson zu gehen. „Ich bin diesem Rat gefolgt. Als ich dann das erste Mal den Tischtennisschläger in der Hand hatte, war es um mich geschehen“, schmunzelt die 64-Jährige. Bald stellte sich ihr Talent heraus, und mittlerweile trainiert Anita Schultz-Ariessen nicht nur mittwochs und freitags bei der TSG in der PPP-Gruppe Tischtennis, sondern auch sonst an jedem Tag der Woche. „Ich habe inzwischen einen Ballroboter, von dem ich mir eine Stunde lang täglich Bälle zuschießen lasse. Außerdem trainiere ich täglich eine halbe Stunde Aufschläge. Die Bewegung macht mir einfach Spaß, und ein wenig Ehrgeiz habe ich auch“, lächelt sie. Yoga, tägliches Wandern mit Stöcken und Physiotherapie bringen weitere Bewegung. Ihr Ehemann ist häufig bei Turnieren mit dabei und wird sie auch bei der PPP-WM in Slowenien begleiten.
Zusammen mit Theo König aus der PPP-Gruppe der TSG ist sie nun zum zweiten Mal bei einer PPP-Weltmeisterschaft. „Vergangenes Jahr waren wir in Österreich und haben in der Leistungsklasse 3 im gemischten Doppel Gold in der Trostrunde erreicht“, so Anita Scholtz-Ariessen. Inzwischen spielt sie in der Leistungsklasse 2 und wird – wie in Österreich – im Frauen-Doppel mit einer Malteserin antreten. Im gemischten Doppel tritt sie wieder mit Theo König an. „Mal sehen, wo wir dieses Jahr landen“, sagt Anita Schultz, die am Dienstag ihr 65. Lebensjahr vollendet und sich auf viele nette Begegnungen freut.